Wachstum für alle?

German Version

Daron Acemoglu, Massachusetts Institute of Technology

Ein Beitrag zum INSM-Buch Chancen des Wachstums

Eine der zentralen Fragen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften lautet, warum manche Länder ärmer als andere sind. Die Unterschiede im Lebensstandard sind immens. An der Spitze der weltweiten Einkommensverteilung sind die Menschen dreißigmal reicher als am unteren Ende, gerechnet auf Basis der Kaufkraftparität (also unter Berücksichtigung dessen, dass dieselben Waren in ärmeren Ländern preiswerter als in reichen Ländern sind). So lag das Pro-Kopf-Einkommen in den Vereinigten Staaten im Jahr 2000 bei über 33 000 US-Dollar (bewertet zu den US-Dollar-Preisen von 1996). In Mexiko dagegen betrug es auf Basis der Kaufkraftparität unter 9 000 US-Dollar, in China unter 4 000 US-Dollar, in Indien unter 2 500 US-Dollar und in Nigeria nur rund 700 US-Dollar. Ohne Berücksichtigung der Kaufkraftparität klafft zwischen den reichsten und ärmsten Nationen sogar eine weit größere Lücke, nämlich das Fünfzigfache. Eigentlich ist die Ungleichheit noch ausgeprägter, weil es auch innerhalb der einzelnen Länder große Unterschiede zwischen Arm und Reich gibt. Somit bietet sich insgesamt in der Weltwirtschaft ein Bild krasser Ungleichheit, sowohl zwischen den Nationen als auch zwischen ihren Bürgern.

Mehr dazu finden Sie in Chancen des Wachstums, ein Buch der INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft). Bezugsquellen finden Sie hier.

English Version

Growth For All?

By Daron Acemoglu, Massachusetts Institute of Technology

A contribution to the INSM-volume Visions of Growth

A central question of economics and social science is to understand why some countries are much poorer than others. Differences in living standards across countries are simply astounding. Those at the top of the world income distribution are more than thirty times as rich as those at the bottom once we make adjustments for differences in purchasing power party (the fact that the same bundle of goods is cheaper in poorer countries than in rich countries). For example, in 2000, income per capita in the United States was over $33000 (valued at 1996 US dollar prices). In contrast, after the purchasing power party adjustment, income per capita was less than $9000 in Mexico, less than $4000 in China, less than $2500 in India, and only about $700 in Nigeria. If we forgo the purchasing power party adjustments, the gap between the richest and poorest nations is even larger, almost fifty-fold. Inequality among the inhabitants of our world is even larger, since within each of these societies there are those who are much richer than the rest. Therefore, the overwhelming picture of the world economy today is one of inequality, both among nations and among the citizens of each nation.

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