INSM-Kampagne Einstieg in Arbeit 1: Mit Hürden vor dem Reichstag und mit guten Argumenten für neue Arbeitsplätze im Netz

Ulrike Nasse-Meyfarth zur INSM-Kampagne Einstieg in Arbeit

German Version

Berlin. – Doppel-Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfarth verblüffte am 28. April Journalisten und Politiker mit einem Auftritt vor dem Berliner Reichstag. Die Sportlerin und INSM-Unterstützerin beteiligte sich an einer öffentlichen Aktion für neue Beschäftigungschancen. Zur Tagung des Koalitionsausschusses hatte die INSM fünf Hürden im blauen Corporate Design der Initiative errichten lassen. Jede war beschriftet – mit den Worten „Bildungsdefizite“, „Bürokratie“, „Kündigungsschutz“, „Lohnzusatzkosten“ und „Mindestlohn“. Dies sind die von der INSM identifizierten Hauptbeschäftigungshürden in Deutschland. Nasse-Meyfarth gab dazu folgende Erklärung ab: „Bei einem Hürdenlauf sind die Hürden so ausgelegt, dass sie überwindbar bleiben. Dies ist auf dem Arbeitsmarkt nicht der Fall. Viele Bewerber stehen hohen Einstiegsbarrieren gegenüber. Das hindert sie daran, überhaupt in den Wettbewerb einzutreten.“ Mit Fairness, so Sportlerin Nasse-Meyfarth, habe das nichts zu tun.

Die Aktion markierte den Auftakt einer langfristig angelegten Kampagne der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) für neue Beschäftigungschancen in Deutschland. Zeitgleich ging die Webseite www.einstieg-in-arbeit.de ans Netz. Sie dokumentiert alle mit dem Einstiegs-Projekt der Initiative verbundenen Argumente, Fakten, Nachrichten.

Ausführlich werden hier im Navigationspunkt „Weg mit den Hürden“ alle wesentlichen Beschäftigungshindernisse in Deutschland thematisiert. Gleichzeitig zeigt das Portal Alternativen auf, wie Abhilfe und Besserung zu erreichen sind.

Zur Hürde „Bildungsdefizite“ heißt es hier: „Die Zahl der Schulabbrecher und Abgänger ohne Abschluss ist vor allem an Hauptschulen zu hoch. Hier muss sich etwas ändern, damit Menschen besser gebildet werden und später erfolgreicher im Beruf sein können. Optimale Förderung gerade von Kindern aus sozial schwächeren Schichten muss bereits im Kindergartenalter beginnen.“

Zur Hürde „Bürokratie“ wird ausgeführt, dass eine Lichtung des Paragrafendschungels die Chance auf „eine halbe Million neue Jobs“ bringen kann. Diese Aussage stützt sich auf die Expertise von Wissenschaftlern wie Holger Schäfer, Arbeitsmarktexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft, dessen Statements als Internet-Videos abrufbar sind.

Zur Hürde eines überzogenen Kündigungsschutzes werden Studien der OECD zitiert. Diese belegen, dass die „Arbeitsmarktregulierung in Deutschland wirtschaftliches Wachstum und die Schaffung neuer Arbeitsplätze“ behindern. Eine „Reform des Kündigungsschutzes senkt die Einstellungsschwelle bei den Unternehmen. Das ist im Interesse von Millionen Arbeitslosen“, heißt es im Fazit des Textes.

Zur Hürde Lohnzusatzkosten argumentiert www.einstieg-in-arbeit.de, dass Unternehmen nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes innerhalb Europas nur in Belgien, Schweden und Dänemark mehr Steuern und Abgaben für einen Arbeitgeber in der Industrie zahlen müssen. Fazit: „Die Lohnzusatzkosten müssen sinken, damit Deutschland im internationalen Vergleich der Personalkosten punkten kann. Das kann gerade bei einfachen, geringer entlohnten Tätigkeiten einen Beschäftigungsschub bringen.“

Als fünfte Hürde wird der geplante gesetzliche Mindestlohn thematisiert. Die Befürworter streben eine Lohnuntergrenze von 7,50 Euro an. Doch was sie nicht auf der Rechnung haben: „Ein Mindestlohn macht alle Menschen, deren Produktivität geringer ist als der angestrebte Mindestlohn von 7,50 Euro, auf Dauer arbeitslos. Denn kein Unternehmen wird sie beschäftigen, wenn sie weniger erwirtschaften.“

In diese Debatte schaltete sich wiederholt auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel ein. Am 23. Juli formulierte sie vor der Berliner Presse einen Satz, der sinngemäß so auch auf www.einstieg-in-arbeit.de zu finden ist. „Wir sind der Meinung, dass ein einheitlicher, flächendeckender Mindestlohn zur Vernichtung von Arbeitsplätzen führen würde.“ „Ein flächendeckender einheitlicher Mindestlohn ist wie eine Barrikade rund um den Arbeitsmarkt“, hatte Merkel bereits am 12. Juni in ihrer Rede zum 60. Jahrestag der Sozialen Marktwirtschaft erklärt.

Merkel weiß sich in ihrer Ablehnung eines gesetzlichen Mindestlohnes einig mit renommierten Experten, die auch auf www.einstieg-in-arbeit. de vertreten sind. Dazu gehören der Linzer Professor Friedrich Schneider und der frühere Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Professor Juergen B. Donges. Schneider fürchtet, dass ein Mindestlohn „zu einer massiven Ausweitung der Schwarzarbeit führen“ wird. Donges fordert, dass die Pläne für die Einführung von gesetzlichen Mindestlöhnen „ad acta“ gelegt werden. Es sei „unverantwortlich, wenn unter dem Etikett der sozialen Gerechtigkeit vielen Jugendlichen bereits die erste berufliche Chance verweigert wird“.

„Es ist sehr wichtig, dass jeder eine Chance bekommt, sein Talent zu entdecken und den Einstieg in Arbeit zu bekommen“, sagt Ralf Zacherl, einer der TV-bekannten „Kochprofis“, der sich ebenfalls mit einem Statement in die Kampagne der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) eingeschaltet hat.

Auf Umwegen ist der Showmaster und TV-Moderator Dieter Thomas Heck in seine Entertainer-Karriere eingestiegen. Zunächst absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung. „Ich wollte mich danach unbedingt vor Kamera und Mikrophon beweisen und bekam die Chance.“ Heck unterstützt die INSM-Kampagne, „damit mehr Menschen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt erhalten“.

English Version

INSM-Campaign Getting to Work 1: Taking Hurdles to the Reichstag and Good Arguments for New Jobs to the Web

Berlin – Two-time Olympic champion Ulrike Nasse-Meyfarth surprised journalists and politicians on April 28 with an appearance in front of the Berlin Reichstag. The athlete and INSM supporter was taking part in a public campaign for new employment opportunities. For the meeting of the coalition committee, the INSM had set up five hurdles in the Initiative’s blue corporate design. Each one was labeled separately with the words “educational deficiencies,” “bureaucracy,” “protection against termination,” “non-wage labor costs,” or “minimum wage.” These are the main hurdles to employment in Germany identified by the INSM. Nasse-Meyfarth offered the following explanation: “In a hurdle race, the hurdles are placed so that they can be jumped. This isn’t the case on the labor market. Many applicants face high barriers to access. That prevents them from even entering the competition.” This has nothing to do with fairness, says athlete Nasse-Meyfarth.

The event marked the opening of a long-term campaign for new job opportunities in Germany. At the same time, the website www.einstieg-in-arbeit.de went up on the net. It documents all arguments, facts, and news connected with the Initiative’s access project.

Under the link “Get Rid of the Hurdles,” all the basic obstacles to employment in Germany are dealt with in detail. At the same time, the portal identifies alternatives for achieving remedies and improvements.

On the hurdle “Educational Deficiencies,” it says: “The number of dropouts and school leavers without a diploma is too high, especially in the general secondary schools. Something must change here so that people can be better educated and later more successful in their careers. Optimal support for children from weaker social classes must begin as early as preschool.”

On the hurdle “Bureaucracy,” it is explained that clearing the regulatory jungle could offer the chance of “a half million new jobs.” This statement is based on opinions by scientists such as Holger Schäfer, labor market expert at the Institut der deutschen Wirtschaft, whose statements can be viewed as internet videos.

On the hurdle of excessive protection against termination, OECD studies are quoted that prove that “labor market regulations in Germany [hinder] economic growth and the creation of new jobs.” A “reform of the protection against termination would lower the hiring threshold of businesses. That is in the interests of millions of unemployed people,” as the text summarizes.

On the hurdle of non-wage labor costs, www.einstieg-in-arbeit.de argues that in Europe, according to current figures from the Federal Office of Statistics, only businesses in Belgium, Sweden, and Denmark must pay more taxes and duties for an employer in industry. Summary: “Non-wage labor costs must fall so that Germany can gain points in the international comparison of personnel costs. That could stimulate employment in simple, lower-wage activities.”

The fifth hurdle to be considered is the planned legal minimum wage. Its advocates seek a wage minimum of 7.50 Euros. But what they don’t take into account: “a minimum wage turns everyone whose productivity is lower than the sought-after minimum wage of 7.50 into long-term unemployed. No business will employ them if they produce less.”

Chancellor Angela Merkel has repeatedly entered the debate. On July 23, she gave a quote to the Berlin press that is paraphrased on www.einstieg-in-arbeit.de “It is our opinion that a unified, across the board minimum wage would lead to elimination of jobs.” “A unified across the board minimum wage is like a barricade around the labor market,” Merkel said on June 12 in her speech on the 60th anniversary of the social market economy.

In rejecting a legal minimum wage, Merkel shares the opinion of respected experts who are represented on www.einstieg-in-arbeit.de. They include Professor Friedrich Schneider of Linz and the former head of the economic “wise men,” Professor Juergen B. Donges. Schneider fears that a minimum wage would “lead to a massive increase in underground work.” Donges calls for abandoning plans to introduce a legal minimum wage. He says it is “irresponsible to deny many young people their first career opportunities under the label of social justice.”

“It is very important that each person have the chance to discover his talent and gain access to work,” says Ralf Zacherl, one of TV’s well-known “cooking pros,” who also gave a statement to the campaign.

Showmaster and TV moderator Dieter Thomas Heck came to his career as an entertainer in a roundabout way. First he completed business training. “I wanted at all costs to prove myself in front of a camera and microphone, and I got the chance.” Heck supports the INSM campaign “so that more people get a chance on the labor market.”

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