INSM-Kampagne Einstieg in Arbeit 2: Wissenschaftler-Disput: Hüther und Blankart vs. Horn und Bofinger - was bringt wirklich mehr Jobs?
Berlin. – Auf Vermittlung der INSM trafen die angebotsorientierten Ökonomie-Professoren Michael Hüther und Charles Blankart im Haus des Axel-Springer-Verlages mit ihren nachfrageorientierten Kollegen Peter Bofinger und Gustav Horn zusammen. Die Welt am Sonntag druckte am 11. Mai Auszüge dieses Streitgesprächs rund um die Frage, wie mehr Beschäftigung in Deutschland realisiert werden kann. Professor Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), bezeichnete in diesem wissenschaftlichen Disput den Niedriglohnsektor als Brücke in den ersten Arbeitsmarkt.
Zitat: „Wir beobachten ein Wachstum des Niedriglohnsektors. Aber heißt das, dass die Aufwärtsmobilität gar nicht mehr funktioniert? Nein, denn wenn jemand nach längerer Arbeitslosigkeit zunächst einen Niedriglohnjob aufnimmt, dann steigt die Chance, über kurz oder lang einen gut bezahlten Arbeitsplatz zu bekommen. Mit dem Niedriglohnsektor haben wir also Brücken gebaut.“
Zuvor hatte Gustav Horn, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der gewerkschaftseigenen Hans-Böckler-Stiftung, die These vertreten, dass „trotz des Aufschwungs die privaten Haushalte in ihrer Gesamtheit ärmer geworden“ seien. Horn vertrat auch die Auffassung, dass der von Gewerkschaftsseite vertretene Mindestlohn „eine Besteuerung von Exzessgewinnen“ sei.
Dem hielt IW-Direktor Hüther entgegen: „Wir machen also die Münchhausen- Lösung: Wir verteilen Geschenke, und keiner muss dafür bezahlen. Glauben Sie mir: Viele bisher Beschäftigte werden ihren Job verlieren.“ Bereits jetzt habe der Post-Mindestlohn von 9,80 Euro „unbestritten knapp 6000 Arbeitsplätze gekostet“. Den kompletten Wortlaut des von der Welt am Sonntag dokumentierten Streitgespräches lesen Sie hier.

INSM-Campaign Getting to Work 2: Scholarly Dispute: Hüther and Blankart vs. Horn and Bofinger—What Really Creates More Jobs?
Berlin—Through the INSM’s mediation, the supply side-oriented professors of economics Michael Hüther and Charles Blankart met at Axel Springer Publisher’s headquarters with demand side-oriented colleagues Peter Bofinger and Gustav Horn. On May 11, the Welt am Sonntag newspaper printed excerpts from the debate involving the question of how greater employment can be achieved in Germany. In this scholarly dispute, Professor Hüther, director of the Institut der deutschen Wirtschaft Cologne (IW), called the low-wage sector a bridge to the first labor market.
Quote: “We are seeing growth in the low-wage sector. But does this mean that upward mobility no longer functions? No, because if someone first takes a low-wage job after a long period of unemployment, the chances of obtaining a well-paid position sooner or later rise. So we have built bridges to the low-wage sector.”
Earlier, Gustav Horn, scientific director of the Macroeconomic Policy Institute (IMK) in the union-oriented Hans Böckler Foundation, had presented the thesis that “despite the upswing, private households overall have become poorer.” Horn also expressed the view that the minimum wage supported by the unions is “a tax on excess profits.”
IW Director Hüther countered, “So we use the Münchhausen solution: We distribute presents, and no one has to pay for them. Believe me, many people will lose their jobs.” Already, the post office’s minimum wage of 9.80 Euros has “undeniably cost 6,000 jobs.” The complete text of this debate, documented by Welt am Sonntag, can be read here. www.einstieg-in-arbeit.de/content/66813.