INSM-Kampagne Einstieg in Arbeit 3: Allensbach-Umfrage zur Lage gering qualifizierter Jugendlicher: Lehrer, Unternehmer und Sozialarbeiter fordern bessere Bildung

Berlin. – Was muss geschehen, damit auch geringer qualifizierte Jugendliche den Einstieg in Arbeit schaffen, und was hindert sie bislang daran. Dazu befragte das Allensbach-Institut im Auftrag der INSM sowohl Lehrer als auch Sozialarbeiter und Unternehmer. INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer stellte die Umfrage am 4. Juni gemeinsam mit Allensbach-Projektleiter Dr. Rüdiger Schulz vor. Arbeitgeber (89 Prozent), Sozialarbeiter (75 Prozent) und Lehrer (71 Prozent) meinen mit großer Übereinstimmung, dass die jungen Leute schulisch besser qualifiziert werden müssen. Weitere in der INSM-Allensbach-Umfrage ermittelten Einstiegshürden gering qualifizierter Jugendlicher:

92 Prozent der befragten Unternehmer beklagen Probleme beim Rechnen und Schreiben. Drei Viertel der Umfrageteilnehmer vermissen bei den betroffenen Jugendlichen Leistungsbereitschaft, sie bemängeln Unpünktlichkeit und fehlendes Bewusstsein für Regeln.

Lehrer (85 Prozent) und Sozialarbeiter (89 Prozent) beklagen dagegen die niedrige Frustrationsschwelle gering qualifizierter Jugendlicher als Haupthindernis für eine Lehrstelle oder einen Job.

Als Konsequenz aus den Ergebnissen der Allensbach-Umfrage forderte INSM-Geschäftsführer Höfer eine „langfristige Qualifizierungsoffensive“ und Kombilöhne, damit auch geringer qualifizierte junge Leute mehr Motivation und Fähigkeit erhalten, den Einstieg in Arbeit zu schaffen. Perspektiven hätten sie vor allem in kleineren Unternehmen.

Die INSM-Umfrage löste bundesweit Medienreaktionen aus. „Mangelnde Kenntnisse, unzuverlässig, unpünktlich“, titelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Artikel-Zitat: „Die Chancen für gering qualifizierte Jugendliche am Arbeitsmarkt sind trotz des günstigen konjunkturellen Umfelds immer noch schlecht.“

Ein zentrales Ergebnis dieser Umfrage fasste die Nordseezeitung in ihrer Schlagzeile zusammen: „Keine Chance für die Unzuverlässigen – Gering qualifizierte Jugendliche ohne Aussicht auf Arbeit und Ausbildung“. Artikel-Zitat: „Die Einschätzungen in allen drei Gruppen seien erstaunlich übereinstimmend gewesen, sagte der Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Max Höfer. 91 Prozent der Arbeitgeber bezeichneten die Chancen als schlecht oder sehr schlecht, dass Jugendliche mit einem schlechten oder ohne einen Hauptschulabschluss einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz bekommen. Bei den Sozialarbeitern und Lehrern waren es 93 Prozent.“

Die Evangelische Nachrichtenagentur epd schrieb: „Fehlendes Bewusstsein für Regeln und Vorschriften, geringes Durchhaltevermögen sowie eine Geringschätzung des Berufes wurden den Jugendlichen häufig attestiert. 79 Prozent der Arbeitgeber meinten, diesen Jugendlichen komme es vor allem darauf an, dass die Arbeit Spaß mache und der Arbeitsplatz gut erreichbar sei.“

„Gering qualifizierte Jugendliche haben offenbar nur selten Interesse daran, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen“ – so resümiert die Nachrichtenagentur ddp das Umfrage-Ergebnis. Der Agenturbericht belegt auch, dass bundesweit über Abhilfe aus dieser Problematik nachgedacht wird. Zitat: „In einem bislang unveröffentlichten Gutachten, aus dem die Wochenzeitung ‚Die Zeit‘ am Mittwoch vorab zitierte, schlagen Bildungsforscher den Kultusministern vor, leistungsschwachen Schülern auch an Nachmittagen, Wochenenden und in den Ferien Unterricht zu geben.“

Die Boulevard-Zeitung 20 Cent brachte das Umfrageergebnis im Telegramm-Stil auf den Punkt: „Gute Jobs gibt es nur für Motivierte“. Mehr zur INSM-Allensbach-Umfrage erfahren Sie hier.

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