INSM-Studien zum Mauerfall „Beispiellose Wohlstandsexplosion“ nach 20 Jahren Sozialer Marktwirtschaft

German Version

Berlin. – Im Jubiläumsjahr des Mauerfalls haben zwei renommierte Wissenschaftler im Auftrag der INSM erforscht, wie sich die neuen Bundesländer in 20 Jahren Sozialer Marktwirtschaft entwickelt haben. Unabhängig voneinander kamen der Politikwissenschaftler Professor Klaus Schroeder (FU Berlin) und Dr. Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter des ifo Instituts Dresden, zu folgender Bilanz: Chancen, Konsum, Lebensqualität, Umwelt – überall hat sich in 20 Jahren Sozialer Marktwirtschaft das Niveau im Vergleich zu den Zuständen im Sozialismus dramatisch verbessert.

INSM-Mauerfall-Studien: von Klaus-Schroeder und Joachim-RagnitzProfessor Schroeder sprach bei der Präsentation der Studien von einer „beispiellosen Wohlstandsexplosion“. Gewinner sind seiner Auffassung nach jüngere Menschen, die vor allem deutlich bessere Bildungschancen vorfinden und auch die Rentner, deren Einkünfte sich vervielfacht haben. „Verklärungen der DDR sind vor diesem Hintergrund fehl am Platz“, ergänzte Joachim Ragnitz.

Die Studien dokumentieren auch den desolaten Zustand der DDR zum Zeitpunkt ihres Zusammenbruchs. Ausgewählte Fakten aus den Studien, die im Auftrag der INSM entstanden und in einem Sonderheft der SUPERillu vor allem auch den Menschen in Ostdeutschland in großer Breite zugänglich gemacht wurden.

  • Die durchschnittliche Wohnfläche pro Person hat sich seit 1989 von 26,7 Quadratmetern auf 39,5 Quadratmeter vergrößert.
  • Die Wohnzufriedenheit ist deutlich gewachsen.
  • Der Bruttolohn hat sich von 11.097 Euro im Jahr 1991 im Schnitt auf 22.370 Euro gesteigert. Er liegt aber noch unter dem Westniveau von 28.727 Euro.
  • Das verfügbare Einkommen je Einwohner in der Thüringer Stadt Suhl liegt mit 16.879 Euro jährlich über dem von Flensburg in Schleswig-Holstein (14.874 Euro).

Die schon nach wenigen Jahren Vereinigung erreichte annähernd gleiche Ausstattung der Haushalte, vor allem mit langlebigen Konsumgütern, kann, so das Gutachten von Professor Schroeder, „als sichtbarer Ausdruck des geradezu atemberaubenden Angleichungsprozesses zwischen Ost und West angesehen werden“.

  • Beim Anteil der Autobesitzer hat der Osten den Westen mit einem Anteil von 57 Prozent der Gesamtbevölkerung (1998: 23 Prozent) um 6 Prozentpunkte überholt.
    INSM-Mauerfall-Studie: Autobesitz-Ost-West
  • Die Lebenserwartung ist auch aufgrund wesentlich besserer Verhältnisse in Alten- und Pflegeheimen der neuen Bundesländer deutlich gestiegen.
  • Die ärztliche Versorgung hat sich ebenfalls deutlich gebessert. 1989 kamen auf 100.000 Einwohner 246 Ärzte. Im Jahr 2007 waren es 342 Mediziner.
  • Der Zustand der Krankenhäuser, deren bauliche Substanz vor der Wende ein Durchschnittsalter von 60 Jahren hatte, ist ebenfalls flächendeckend wesentlich besser.
  • Die zu DDR- Zeiten sehr hohe Zahl von Selbstmorden ist deutlich gesunken.

Die Rentner der ehemaligen DDR sieht Professor Schroeder als Hauptgewinner der Einheit: „Statt 30 bis 40 Prozent des durchschnittlichen Arbeitseinkommens zu DDR-Zeiten beziehen sie heute über 80 Prozent, mitunter sogar über 100 Prozent des Durchschnittseinkommens, als gesetzliche Rente.“ Die Renten stiegen in Ostdeutschland von durchschnittlich 448,95 Mark auf 804,68 Euro. Das liegt über der durchschnittlichen Rentenauszahlung im Westen (693,32 Euro).

20 Jahre nach dem Zusammenbruch der Wirtschaft in der früheren DDR haben die Unternehmen in den neuen Ländern zu fast drei Vierteln ostdeutsche Eigentümer. Erwähnt werden muss hier zwar, dass die Belegschaftsgrößen ostdeutscher Betriebe geringer sind als die westdeutscher Eigner. Dennoch belegt diese Zahl, dass von einem Ausverkauf der DDR-Wirtschaft an den Westen keine Rede sein kann.

Beim Schwefeldioxid-Ausstoß gehörte die DDR mit 310 Kilogramm pro Jahr und Einwohner zur Weltspitze. Bereits Mitte der 90er-Jahre hatte sich die Belastung auf weniger als ein Drittel des Vorwende-Wertes reduziert. Stark zurückgegangen ist auch die Belastung der Gewässer. Weit über 30 Milliarden Euro, so hat es Prof. Klaus Schroeder in seinem Gutachten vorgerechnet, hat die Umweltsanierung in den letzten 20 Jahren verschlungen. In Ostdeutschland ist die Zufriedenheit mit der Umweltsituation seitdem deutlich gewachsen.

65 Prozent aller Ostdeutschen sagten in einer Allensbach-Umfrage, dass die Einheit ein Glücksfall für Deutschland war. Im Westen sagten das nur 45 Prozent.

Internet: http://www.einheitsbilanz-deutschland.de

English Version

INSM studies on the fall of the Berlin wall. „Unequalled prosperity explosion“ after 20 years of social market economy

Berlin. – In the anniversary year of the fall of the Berlin Wall two prominent scientists have investigated the progress in the new German federal states in the 20 years of the social market economy. The political scientist Professor Klaus Schroeder from the Free University of Berlin, and Dr. Joachim Ragnitz, deputy managing director at the Ifo Institute for Economic Research Dresden, independently from each other reached the following conclusion: chances, consumption, life quality, environment – the standards in all these areas have dramatically improved in the 20 years of the social market economy, as compared to the conditions in the socialist period.

Professor Schroeder referred to the “unequalled prosperity explosion”, when presenting the study. In his opinion, the young people benefit the most, especially due to considerably improved educational opportunities, as do the retired persons, whose incomes have multiplied. “Idealization of the GDR is out of place against this backdrop”, added Joachim Ragnitz.

The studies also document the desolate state of the GDR at the time of its collapse. Selected data from the studies, on behalf of the INSM, were published in the special edition of the SUPERillu magazine and made available to a large public, particularly to the people in East Germany.

  • The average living space per person has increased since 1989 from 26.7 to 39.5 square meters. Tenant satisfaction has considerably grown.
  • The average annual gross salary went up from 11.097 Euro in 1991 to 22.370 Euro. It still remains below the West German 28.727 Euro.
  • The disposable annual income of 16.879 Euro per inhabitant of the city Suhl in Thuringia exceeds that of Flensburg in Schleswig-Holstein (14.874 Euro).

Possession of approximately the same household furnishings and equipment, first of all durable consumer goods, only a few years after unification, “can be seen as a visible manifestation of the downright breathtaking convergence process between the East and the West”, according to the report of professor Schroeder.

  • When it comes to the proportion of car owners, the East with its 57 percent of the entire population (1998: 23 percent) has superseded the West by 6 percentage points.
  • The life expectancy has considerably risen due to substantially better conditions in retirement and nursing homes in the newly formed German states.
  • Health care has also considerably improved. Back in 1989 there were 246 doctors per 100.000 inhabitants. In 2007 there were 342 physicians. Prior to the unification of Germany, the hospital buildings were on average 60 years old, since then they have been extensively renovated.
  • The large number of suicides, characteristic for GDR, has dropped significantly.

Professor Schroeder views the retirees of the former GDR as the main beneficiaries of the unification: “Today they receive over 80 percent, sometimes even over 100 percent of the average income as opposed to 30 to 40 percent in GDR times”. The retirement payments increased in East Germany from the average 448.95 Deutschmark to 804.68 Euro. It is well above the average retirement payment in the West (693.32 Euro).

20 years after the collapse of the GDR economy, almost three quarters of the business owners in the newly formed states are originally from the East. However, it must be mentioned that East German firms have a smaller number of employees than the businesses in the West. Nevertheless, this figure proves that there is no hint of the sell off of the East German economy to the West.

With its yearly per capita 310 kilogram of the sulfur dioxide emissions, the former GDR was among the world leaders. Already in the mid 90ies, the pollution had decreased to less than one third of the pre-1989 level. Water contamination has also considerably decreased. The environmental reconstruction has devoured well over 30 millions Euro in the last 20 years, as calculated by Prof. Klaus Schroeder in his report. The satisfaction with the state of environment has noticeably increased in Eastern Germany.

65 percent of the East Germans said in the Allensbach survey that the unity was a stroke of luck for Germany. In West Germany only 45 percent shared this opinion.

Internet: http://www.einheitsbilanz-deutschland.de

Eine Reaktion zu “INSM-Studien zum Mauerfall „Beispiellose Wohlstandsexplosion“ nach 20 Jahren Sozialer Marktwirtschaft”

  1. INSM International » Blog Archiv » Die höhere Lebenserwartung Ost – was die Kanzlerin zu zwei Studien der INSM zur deutschen Einheit sagt - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft International

    [...] einem Interview der SUPERillu nahm Bundeskanzlerin Angela Merkel Stellung zu den Ergebnissen der Studien der INSM zum Mauerfall. Unter anderem sagte sie: „Was noch nicht so allgemein bekannt ist und gewürdigt wird, ist [...]

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